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Definition und Merkmale der pathologischen Glücksspielsucht
Pathologisches Spielen wird seit seiner erstmaligen offiziellen Anerkennung als psychische Störung im Jahre 1980 (DSM-III) unter den Störungen der Impulskontrolle eingeordnet (ICD-10; WHO, 1993; DSM-IV; APA, 1996).
Nach dem internationalen Klassifikationssystem DSM-IV handelt es sich bei pathologischem Spielen um ein andauerndes und wiederkehrendes fehlangepasstes Glücksspielverhalten das sich in mindestens fünf der folgenden Merkmale ausdrückt:
- Das starke Eingenommensein vom Glücksspielen (z.B. Nachdenken über Möglichkeiten, Geld zum Spielen zu beschaffen)
- Die Erhöhung der Einsätze, um die gewünschte Erregung zu erreichen
- Wiederholt gescheiterte Versuche, das Glücksspielen einzuschränken oder aufzugeben (z.B. Spielen bis das monatliche Einkommen verspielt bzw. Überziehungsrahmen ausgeschöpft ist)
- Das Auftreten von Unruhe und Gereiztheit beim Versuch, das Glücksspielen einzuschränken oder aufzugeben
- Die Funktion des Glücksspielens, Problemen oder unangenehmen Gefühlen auszuweichen
- Der Versuch, durch wiederholtes Glücksspielen frühere Geldverluste auszugleichen
- Lügen gegenüber sozialen Bezugspersonen, um das Glücksspielverhalten zu vertuschen
- Kriminelle Handlungen, um das Glücksspielen zu finanzieren
- Die Gefährdung oder der Verlust partnerschaftlicher Beziehungen oder beruflicher Perspektiven aufgrund des Glücksspielverhaltens
- Das Verlassen auf andere Personen, um die glücksspielbedingte finanzielle Sackgasse zu überwinden
Im ICD-10 wird pathologisches Spielen (F63.0) folgendermaßen definiert:
„Die Störung besteht in häufigem und wiederholtem episodenhaften Glücksspiel, das die Lebensführung des betroffenen Patienten beherrscht und zum Verfall der sozialen, beruflichen, materiellen und familiären Werte und Verpflichtungen führt.”
